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Voneinander lernen – Unser Tandem des Monats im März: Ali und Daniela 













 

„Können wir jetzt los?“ Das war die erste Frage, die Ali seiner ehrenamtlichen Mentorin Daniela beim Kennenlernen stellte. 

 Ali ist 13 Jahre alt und kommt aus Syrien. Er lebt mit seinem Onkel und seinem Cousin in einer Gemeinschaftsunterkunft in Berlin-Mitte. Wenn ihm nach der Schule langweilig ist, geht Ali Fußball spielen. Oder zum Deutschkurs. Dass dort außer ihm nur Erwachsene sind, stört ihn nicht weiter. Er lernt fleißig mit. Und er will unbedingt seine neue Umgebung erkunden. Seit sechs Wochen macht er das gemeinsam mit Daniela.  

 Ok, können wir jetzt endlich los? Klar, können wir. Diese Woche geht’s ins Deutsche Technikmuseum. Wir begleiten Ali und Daniela bei ihrem Ausflug. Als Ali die Kamera sieht, grinst er. „Kamera muss noch auf die Liste.“ Daniela zückt ihr Smartphone und trägt das Wort ein. Die beiden sammeln Wörter, die auf Arabisch und Deutsch gleich klingen. „Gitarre, Batterie, Short, Ananas, Mango, Ballon, Bluse, Balkon, Pyjama, Vitamin, Kastanie, Schal, Kristall, Jackett“ zählt Ali auf. Immer wieder fallen ihm noch mehr ein. Auch Daniela hat schon ein wenig Arabisch gelernt. In ihrem Handy speichert sie Sprachmemos von Wörtern, die Ali ihr beigebracht hat.  

Die beiden wollen noch viel mehr voneinander lernen. Daniela will Ali Waveboarden beibringen, er ihr dafür Skateboarden. Am liebsten auf dem Tempelhofer Feld. Davon gibt es auch ein Modell hier im Technikmuseum. Die Abteilung mit den Flugzeugen gefällt Ali am besten. Ein Modell hat er schon auf dem Weg zum Museum an der Fassade entdeckt. Das will er sich genauer anschauen. Als wir auf die Terrasse gehen, hält Ali uns die Tür auf. „Das macht er immer -  ein richtiger kleiner Gentleman“ schwärmt Daniela. „Es ist verrückt, wie viel Zeit ich jede Woche investiere. Doch es lohnt sich und macht Freude. Ali ist wirklich ein Goldschatz.“ – „Motor“ murmelt Ali, während er das Flugzeug betrachtet. Das kommt also auch noch auf die Liste. „Flugzeug aber nicht, das heißt anders.“  

Wir genießen die Aussicht und nutzen das schöne Wetter für ein paar Schnappschüsse. Dann müssen wir auch schon los und verabschieden uns von unserem Tandem des Monats. Damit die beiden noch etwas 1:1-Zeit für sich haben. Darum geht es ja schließlich beim Mentoring.